Neue „Du bist Deutschland“ Kampagne: Jetzt sind die Kinder dran!
18. Dezember 2007 von hb-Team
In Zeiten in denen hier in Deutschland immer öfter der tragische Tod von Kindern in den Mittelpunkt der öffentlichen Berichterstattung tritt, weil deren Eltern lieber ihre eigenen Bedürfnisse als die ihrer Kinder befriedigen, passt der Start der neuen „Social-Marketing-Kampagne“ von „Du bist Deutschland“ sicherlich recht gut in das Werbekonzept der daran beteiligten Firmen, welche insgesamt 35 Millionen Euro aus der „Portokasse“ bereitgestellt haben.
Was vor zwei Jahren unter dem Motto „Ein ganzes Land im Aufbruch“ mit zahlreichen Anzeigen und Spots unter Beteiligung von Prominenten und „normalen“ Bürgern begann, sollen aktuell nun die Kinder beispielsweise unter der Überschrift „Deutschland aus Kinderaugen“ oder „Hier ist Deutschland kinderfreundlich“ sicherstellen.
Wie die Initiatoren der Kampagne sich das so vorstellen, zeigt der kürzlich veröffentlichte neue TV-Spot.
Quelle: YouTube.com
Wenigstens wissen wir jetzt, dass unsere Kinder nicht nur die eigenen Eltern, sondern gleich das ganze Land brauchen, um gesichert in die Zukunft schauen und behütet aufwachsen zu können. Grundsätzlich ist das auch richtig, ob aber dieses „neue“ Bewusstsein auch in der Nachbarschaft und bei den örtlichen Jugendämtern ankommt, wenn Kinder in der Wohnung nebenan um Hilfe schreien oder gar verhungern, muss trotz dieser schön bebilderten Kampagne erst noch bewiesen werden.
Euer hb-Team























[...] mal wieder grandios … schlecht, die Aussage genauso. Den Spot kann man sich zum Beispiel im Beitrag des heuteblog [...]
ich betrachte es mal von zwei seiten:
1. rein handwerklich ein gut gemachter spot.
dem macher würde ich (hätte ich soviel kohle wie mehdorn oder ackermann) 2.000 eur auf die kralle geben. gute arbeit. warum nur 2.000 werden sich die drei leute fragen,die hier gelandet sind, und den spot angesehn haben?
— alles muß im verhältnis gesehen werden.
dazu dann punkt
2. in einem land, wo manager firmen gegen die wand fahren, tausende arbeitsplätze rationalisieren, sich selbst die bezüge um 30% erhöhen, um zu einer summe zu gelangen, von denen der gesamte bundestag ein jahr lang bezhalt werden könnte…in einem solchen land, wo alleinerziehende mütter/väter, “doppelverdiener” mit hartz4 “aufstockung” über die runden kommen (müssen), fehlt wie schon korrekt festgestellt, ein neues bewußtsein.
ein bewusstsein für mehr gerechtigkeitssinn, und “nachvollziehbare verhältnisse”. nachvollziehbare verhältnisse doesn’t means, daß schäuble jedes telefonat eines jedes unbescholtenen bundebürgers 6 monate nachvollziehen können darf. damit meine icht nicht die totale kontrolle des staates im sinne von “anti-terror”-kampagnen, die nicht nur die grundrechte eines jeden bundesbürgers verletzen, sondern in eine richtung tendieren, die in einer demokratie als SEHR fragwürdig angesehen werden sollte.
–nein
mit nochvollziehbare verhältnisse meine ich die “vorbildfunktion” personen des öffentlichen lebens. ob es nun ein spitzensportler ist, der 10 jahre lang gedopt hat, ein manager, der 5.000 menschen arbeitslos gemacht hat, ein bundesminister, der “1984″ mit allen mitteln durchdrücken will, oder – eine kanzlerin, die eigentlich außenministerin sein sollte – soviel wie sie unterwegs ist, udn – offensichtlich – die wahrhaftigen notstände IM LAND nicht wahrnehmen (möchte) kann.
viele ereignisse im jahre 2007 kann man nicht auf nüchternen magen “genießen”. sei es die eben erwähnte vorratsdatenspeicherung, die “antiterrordatei”, oder der “bundestrojaner”, seien es die diätenerhöhungen oder die bahnstreiks. sehr vieles entglitt einem bisher noch wage respektierten grundsatzes – dem der verhältnismäßigkeit.
–so gesehen war 2007 ein jahr, in dem grenzen gesprengt wurden, gesetze ignoriert, grundätze verraten und hintergangen,unterwandert und geändert wurden. ein jahr, in dem die regierung mehr für eltern (elterngeld) und solche die es werden wollen, “beschlossen” hat.
aber – die realität sieht anders aus.
die möglichkeit, kinder bekommen zu können, ist “kostenlos”, wie es in dem spot so schön heißt. -korrekt-
danach wird es ein teurer spaß -korrekt- erkannt.
die rahmenbedingungen allerdings, kinder zu bekommen und aufzuziehen, haben sich die letzten 5 jahre in deutschland erheblich verschlechtert. weder der ausbau von kitaplätzen, noch die einführung des elterngeldes können diesen mißstand entkräften.
die kinderarmut in deutschland hat zugenommen, das leben am rand des existenzminimums ist nicht mehr das problem von wenigen “randgruppen”, es ist eine “VOLKSKRANKHEIT”.
1 million erwerbstätige, die mit hartz4 bezuschusst werden müssen, um leben zu können. mindestlohn hin oder her. da besteht im erheblichen maße keine VERHÄLTNISSMÄSSIGKEIT mehr.
-
-dieser spot- ist für mich der traurige beweis dafür, daß seitens der regierung und der wirtschaft die negativen auswüchse der “absoluten marktwirtschaft” vertuscht werden wollen – einerseits – und andererseits die aufforderung zum mitgestalten an zukunft (was kinder nunmal sind) in den raum gestellt wird, ohne die rahmenbedingungen NACHHALTIG und FLÄCHENDEKEND zu verbessern.
-man könnte also sagen – heuchelei
es würden mehr junge menschen kinder auf die welt setzen, wenn
1. sie sie ernähen könnten von hungerlöhnen
2. die bildungschancen annähernd gleich wären
3. die zukunft nicht dermassen ungewiß wäre wie zur zeit
alles ist im umbruch, keine jobs im mittelstand oder als kleiner angestellter sind mehr sicher.
JEDER kann innerhalb von monaten arbeitslos werden.
rationalisierung steht immer noch an der tagesordnung
sei es telekom, post, oder aktuell – PIN
alles auf kosten des kleinen bürgers, auf dessen rücken machtkämpfe und absahnermentalität ausgetragen wird.
dieser spot – wird daran NICHTS ändern.
deshalb halte ich ihn für wirkungslos. er wird im raum verpuffen.
der wunschgedanke mag schön verpackt sein, der spot manifestiert jedoch lediglich die unerreichbarkeit dieses wunsches für immer mehr bundesbürger. ohne gut bezahlte arbeit keine kinder!..