Gesetzesnovelle: Mini-GmbH mit 1 Euro Stammkapital kommt!
15. Mai 2007 von Strelon
Besser spät als nie. Was in Großbritannien bei Firmenneugründungen schon seit Jahren als Limited (Ltd.) mit einem Stammkapital von 1 britischen Pfund möglich ist, scheint nun auch in Deutschland beschlossene Sache. So berichtet aktuell das „Handelsblatt“ über eine anstehende Novelle des GmbH-Gesetzes.
Hat sich doch die große Koalition in Berlin darauf verständigt, dass es zukünftig möglich sein soll, eine so genannte Mini-GmbH mit nur 1 Euro Stammkapital zu gründen. Damit in diesem Zusammenhang der Gläubigerschutz nicht auf der Strecke bleibt, gelten für diese Mini-GmbH strenge Transparenzvorschriften und die Verpflichtung, ein Viertel des jährlichen Gewinns als Rückstellung zu bilanzieren, um so die Eigenkapitalstruktur der Unternehmung zu stärken.
Sicherlich eine richtige und gute Reform, die es nun Kleinunternehmern und Existenzgründern erlaubt, sich für diese Rechtsform zu entscheiden. Schreckte doch bis dato die relativ hohe Stammeinlage von Euro 25.000 eher ab. Und so zog es viele Neu-Firmen in der jüngsten Vergangenheit zunehmend ins angelsächsische Ausland, um diese Hürde mit der Billig-Limited zu umschiffen.
Damit sich dieser ausländische „Konkurrenzdruck“ nicht weiter verstärkt, soll die Reform bereits zeitnah am 23. Mai. 2007 im Bundeskabinett endgültig beschlossen werden.
Stellt sich abschließend nur noch die Frage, wie dieser neue Umstand von der stets zurückhaltenden Kreditwirtschaft hier in Deutschland beurteilt wird. Schließlich benötigen gerade engagierte mit einer guten Geschäftsidee ausgestattete Firmengründer oftmals ein wenig Fremdkapital, um erfolgreich in die Zukunft starten zu können. Da macht es sich bestimmt nicht so gut, wenn der „Mini-Geschäftsführer“ nur mit einem Euro Stammkapital beim Kreditsachbearbeiter vorbeischaut. Ja, auch die Basel II-Junkies in den Kreditabteilungen der Großbanken sollten diese Gesetzesnovelle dazu nutzen, um ihre stringente Geschäftspolitik bei der Vergabe von Krediten an Existenzgründer zu überdenken.
Tweet























Ich finde das auch sehr interessant. Bisher war eine GmbH mit 25.000€ einfach zu teuer. 10.000€ und diese aufbauen zu können ist wirklich eine gute Idee und damit sicher Konkurrenz zur Ltd.
Der 23.5., an dem sie Sitzung im Bundestag sein soll, ist ja schon vorbei. Hat jemand Informationen was bei der Sitzung herauskam? Ab wann kommt die Mini-GmbH
[...] zahlreiche andere Blogs haben über das Thema [...]
@ Michael
Nachfolgend ein paar weitere Neuerungen der Gestzesreform:
Mini-GmbH`s müssen mit dem Kürzel UG (Unternehmergesellschaft) firmieren.
Bei Verwendung einer Mustersatzung kann u.U. auf eine notarielle Beglaubigung verzichtet werden, solange keine Grundstücke in die Gesellschaft eingebracht werden. Dies sollte die Gründungsdauer deutlich reduzieren.
Das Stammkapital der klassischen GmbH wird von 25.000 auf 10.000 Euro gesenkt.
Die Änderungen sollen in der ersten Jahreshälfte 2008 wirksam werden.