Immer wenn mir ein wenig langweilig ist, lese ich den Polizeibericht in den lokalen Zeitungen, um zu erfahren, was sich in den letzten Tagen in Berlin und Brandenburg so alles ereignet hat. Bei dieser Lektüre stach mir eine Meldung im „Tagesspiegel“ besonders ins Auge. Haben sich doch am Wochenende sechs Jugendliche im Alter von 17 bis 21 Jahren nordwestlich von Berlin bei Hennigsdorf in einen VW Passat begeben, um kurze Zeit später gegen einen Baum zu fahren. Sicherlich kein geplantes Ereignis, da vier der Insassen jetzt nicht mehr leben und die beiden anderen schwer verletzt im Krankenhaus liegen.
Allerdings muss man als Nicht-Brandenburger vielleicht wissen, dass die vielen Alleen in dieser Region überhöhte Geschwindigkeit unter Alkoholeinfluss nicht verzeihen. Die zahlreichen Bäume am Straßenrad sind einfach gnadenlos und zerlegen jedes Auto in seine Einzelteile. Da dies die Brandenburger Landjugend trotz der zahlreichen mit Blumen verzierten Kreuze am Wegesrand immer noch nicht begriffen hat, wird in verantwortungsloser Weise weiter gerast und vorher in der Dorfdisco gesoffen.
Da helfen scheinbar auch die gezielten Ansprachen und Kampagnen von staatlicher Seite in der Berufsschule oder der Diskothek wenig. Und so zeigen jährlich wiederkehrend die veröffentlichten Statistiken, dass besonders häufig Fahrerinnen und Fahrer in der Altersgruppe der 18- bis 25-jährigen in tödliche Verkehrsunfälle verwickelt sind. Dies scheint aber den jugendlichen Denkprozess und das verantwortliche Fahren im Straßenverkehr nicht wirklich zu beflügeln. Und so muss ich wahrscheinlich auch weiterhin Zeitungs- und Polizeimeldungen lesen, die davon berichten dass junge Menschen aufgrund überhöhter Geschwindigkeit, Missachtung der Vorfahrt, riskanter Fahrmanöver, Imponiergehabe, fehlender Fahrübung und nicht zuletzt durch Alkoholgenuss bei einer nächtlichen Spritztour ihr Leben verlieren.
Ist mir auch alles ziemlich egal, wenn es nur den unverantwortlichen jungen Fahrer selbst betrifft. Werden hingegen Bei- und Mitfahrer oder gar unbeteiligte Verkehrsteilnehmer durch solche Handlungen verletzt oder getötet, ist es wichtig, selbst im Familien- und Freundeskreis immer wieder eindringlich auf diese unterschätzten Gefahren hinzuweisen. Denn was alles auch unbeteiligten Passanten passieren kann, zeigt der englische Videoclip in erschreckender Deutlichkeit, welchen ich bei „youtube.com“ entdeckt habe.
Und Tschüss!
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Sehr guter Artikel!
Leider werden auch ein hoher Spritpreis, mehr Kontrollen oder ein Kreuz am Straßenrand die Situation nicht entschärfen. Die Autos fahren schon lange nicht mehr nur 120 km/h und 100 Pferdestärken sind nun bald nur noch ein Gerücht.
Da lassen sich Hersteller wie BMW, Volkswagen oder Honda feiern, wenn sie ihre Motoren bei 250 km/h abriegeln. Und zurück bleibt ein Haufen Schrott und trauernde Eltern.
MfG