Fussball-Debakel: Hertha BSC Berlin gegen Borussia Dortmund
21. April 2007 von Strelon
Die liebe Sonne begleitete die Hauptstadt an diesem Samstag den ganzen Tag. Und so freute ich mich schon beim Frühstück auf ein herrliches Bundesliga-Fußballspiel am Nachmittag im Berliner Olympiastadion zwischen der Hertha und dem BVB. Ein interessantes gutes und kampfbetontes Spiel war zu erwarten. Schließlich geht es für die einen um die UEFA-Cup Qualifikation und für die anderen um den Klassenerhalt.
Entsprechend schnappte ich um 14.00 Uhr mein mit Hertha-Emblem verziertes Sitzkissen und fuhr vom Bahnhof Berlin-Spandau mit der S-Bahn in die Kathedrale des Fußballs. Auf dem Olympiagelände angekommen, traf ich auch gleich wie verabredet meinen alten Freund und Weggefährten Friedel an den mit Fans beider Mannschaften gut gefüllten Stadionterrassen. Trotz einer unübersehbaren eitrigen Herpes-Griebe an der Oberlippe war Friedel gut drauf und wir begaben uns direkt in den Eingangsbereich am Südtor.
Nach einer zehnminütigen Einlassphase führte unser Weg zunächst an den Bierstand. Schnell war der 0,5 Liter Plastikkelch gekauft und angetrunken. Dann ging es geradewegs in den nahe gelegenen Block 5.1 im Oberring um pünktlich um 15.27 Uhr den Einzug der Mannschaften mit den restlichen 64.000 Zuschauern gemeinsam zu feiern. Was nun mit dem Anpfiff des Spiels begann lässt sich nicht mehr in Sätze kleiden, sondern kann nur so dargestellt werden:

Wären es keine Freikarten gewesen, hätten wir uns wohl gleich nach Spielschluss im S-Bahnhof Olympiastadion vor einen einfahrenden Zug geschmissen, um nicht den Rest unseres Lebens dem rausgeschmissenen Geld für diese desolate sportliche Veranstaltung nachtrauern zu müssen. Nicht notwendig (da alles kostenlos) und so genehmigten wir uns in der vorabendlichen Sonne in entspannter Atmosphäre noch eine weitere „Maurerbrause“, um uns anschließend freundschaftlich zu verabschieden.
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Oh ja, das kommt mir sehr bekannt vor. Vor 3 Jahren beschlossen wir im Freundeskreis, uns ein Saison-Ticket zu kaufen, um so alle Heimspiele der alten Hertha mitzuerleben. (Man möchte ja später auch was seinen Kindern erzählen)
Was wir dann teilweise ertragen mußten hat uns mehr als enttäuscht. Bei so manchem Spiel konnte man regelrecht die Lustlosigkeit der Spieler an ihren Gesichtern ablesen. Da wurde nur halbherzig einem Ball oder dem Gegner nachgestellt. Meist wurde versucht, den Ball zu Marcelinho zu passen und der sollte dann für den Sieg sorgen. Hatte die Diva aus Brasilien aber gerade keine Lust, gingen dem Rest der Mannschaft schnell die Ideen aus.
Die nächste Saison trafen wir uns wieder vorm Fernseher. So konnte man zumindest ein anderes Spiel anschauen, wenn die Leistung der Berliner keinen Grund zu Freude aufkommen lies.
Seit dem letzten Spiel, werde ich Hertha komplett ignorieren. Wer regelmäßig ankündigt zu den Top-Clubs in der Liga oder gar in Europa gehören zu wollen, darf nicht eine solch schwache Leistung auf dem Platz abgeben.
Besonders unverständlich ist es, warum es Hertha nicht schafft, in einer knapp 4 mio Metropole mit all seinen unterschiedlichen Nationalitäten eigenen Nachwuchs zu rekutieren.
Aber bitte nicht mit Sitzkissen. Egal, was da drauf steht…
[...] bei meinem TV-Sonntagsausflug: Zuerst sah ich mir das Formel-Krombacher-Rennen an, wo Schumi mal wieder nicht siegte, dann ging’s [...]