Entartete TV-Formate: 13.00 Uhr Daily-Talk
17. April 2007 von Strelon
Da es verschiedene private Fernsehsender immer noch für notwendig erachten, die assoziale meist jugendliche HartzIV-Elite unseres Landes mit so genannten Daily-Talks weiter zu verblöden, ist es mal wieder zwingend geboten, über diese TV-Formate zu schreiben.
In letzter Zeit beherrschen Themen wie ungewollte Schwangerschaft, Seitensprünge und sich anschließende Vaterschaftstests das Geschehen und bieten den zahnlosen schluchzenden Protagonistinnen die kurzweilige Möglichkeit im Rampenlicht vor einem Massenpublikum zu stehen.
Ist es doch immer wieder erschreckend „schön“ zu hören, wenn sich die 16 jährige bereits mit zwei nichtehelichen Kindern aus vorangegangen Beziehungen gesegnete Jungmutter über das ungeborene dritte Kind dahingehend äußert, dass sie gar nicht weiß, wer der leibliche Vater ist. Und dies vor dem Hintergrund, dass sie in dem betreffenden Empfängniszeitraum mit 100 verschiedenen Männern hemmungslos kopuliert hat. Treten nun die betreffenden Vaterschaftsanwärter auf die Bühne und versuchen in gebrochenem Deutsch die Ereignisse zu reflektieren, ist das gewollte emotionale Trümmerfeld perfekt.
Muss sich doch spätestens jetzt der geneigte Zuschauer fragen, wie ein männliches Individuum mit dem Bildungsniveau eines achtjährigen bereits zeugungsfähig sein kann. Kommen dann noch die schwachsinnigen Fragen der Moderatoren hinzu, wird selbst der bis dahin krankheitsbedingt schauende „normale“ TV-Junkie derart aggressiv, dass er gerne das heimische Multimediacenter komplett aus dem geschlossenen Fenster werfen möchte. Alternativ ist der Fall in eine tiefe seelische Depression die kostenbewusste Variante in dieser Mittagsstunde.
Um jetzt erste Suizidgedanken zu vermeiden, passt es an dieser Stelle ganz gut, ein Video zu zeigen, welches die Ereignisse in einer vergleichbaren russischen Talkshow widerspiegelt:
Quelle: YouTube.com
Wann ziehen die einzelnen Talkshow-Redaktionen in Deutschland endlich nach und garnieren das bis dato lediglich hasserfüllte verbale Treiben mit brutalen Schlägereien im gesehenen Stil, damit sich das um diese Zeit am Fernseher versammelte biertrinkende Prekariat noch besser mit dem gezeigten identifizieren kann. Ja, nur wenn sich alle Teilnehmer richtig auf die Fresse schlagen und auch die hiesigen Moderatoren blutend mit einem gebrochenen Nasenbein die eigene Show gestützt verlassen müssen, wäre die Realität perfekt inszeniert. Alles im vertretbaren Rahmen, denn wie heißt es doch so schön: “Pack schlägt sich, Pack verträgt sich.”
Arabella Kiesbauer, Andreas Türck, Bärbel Schäfer, Die Oliver Geissen Show, Vera am Mittag, Sonja, Britt, Offen gesagt und Talk Talk Talk( die Zusammenfassung der Highlights)

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