Der Berliner Bankenskandal und ein Marathonläufer
31. Oktober 2006 von Strelon
Zugegeben der Berliner Bankenskandal und seine Auswirkungen für die Hauptstadt verschwinden langsam aus dem Bewusstsein der Bürger, da schon lange her und die Zeit bekanntlich alle Wunden veröden lässt heilt.
Als ich nun heute Morgen noch leicht verschlafen die Online-Ausgaben der Berliner-Gazetten las, stachen mir zwei Artikel im Tagesspiegel und der Berliner Zeitung mit den Überschriften „Laufendes Verfahren“ und „Fit für den Marathon, zu krank fürs Gericht“ ins Auge.
War dort doch folgendes zu lesen
Tagesspiegel (Auszug) – Der Läufer mit der Startnummer 8854 absolvierte den Berlin-Marathon 2006 in vier Stunden, 26 Minuten und 39 Sekunden. Dass er an dem Wettbewerb teilnahm, hat nun juristische Folgen. Denn der Läufer mit dem Namen Christian Neuling ist zu krank, um an einem Gerichtsverfahren teilzunehmen. Der „Aubis-Prozess“ mit Neuling und seinem ehemaligen Geschäftspartner Klaus Wienhold könnte daran scheitern, dass die beiden Hauptangeklagten der Verhandlung aus gesundheitlichen Gründen nicht folgen. Nun wird sich der 63-jährige Neuling möglicherweise abermals dem Amtsarzt stellen müssen. Die Staatsanwaltschaft will den Gesundheitszustand des Ex-Managers neu untersuchen lassen. Ein entsprechender Antrag liegt der zuständigen Strafkammer vor.
und auch
Berliner Zeitung (Auszug) – Sein Anwalt Wolfgang Ziegler bezeichnete gestern Neulings Teilnahme am Marathon als “therapeutische Maßnahme”. Er sehe keinen Widerspruch zwischen der vom Gericht festgestellten Verhandlungsunfähigkeit und dessen Teilnahme am Lauf. Neulings Ärzte hätten ihm dringend geraten, sich zu bewegen, sagte Ziegler gegenüber der Berliner Zeitung. Da Neuling auch vor dem Prozess schon oft gelaufen sei, habe er sich auf den Berlin-Marathon vorbereitet. “Das bedeutet aber noch nicht, dass er gesund ist”, sagte Ziegler.
Objektiv betrachtet ist es doch durchaus als sehr löblich anzusehen, wenn ein nicht verhandlungsfähiger „älterer Herr“ mit seiner Teilnahme an einem kurzem und wenig anstrengenden Marathonlauf alles versucht, um so seine „schwere“ Krankheit zu besiegen. Auch schon deshalb, um vielleicht in naher Zukunft mal wieder in einem Berliner Gerichtssaal seine „Unschuld“ in Gänze beweisen zu dürfen.
Und wer sich jetzt wundert, dem sei gesagt, dass in Berlin alles etwas anders ist. In dieser Stadt sind nämlich Selbst- und/oder Wunderheilung nicht unmöglich.
P.S.: Mensch Doktor (Herr Dr. Neuling), wat ham se denn da wieder jemacht?
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Hab beim Surfen einen interessanten Link zu einem Krimi über den Bankenskandal gefunden:
Fred Schreiber – Steig aus, wenn du kannst! Fondsbetrug mit Folgen
Das 1. Kapitel ist locker geschrieben, liest sich gut und verspricht Hochspannung
Krimi – Leseprobe
http://www.dlf-opfer.org/Steig_aus_wenn_Du_kannst_Leseprobe.pdf