Deutschland hat Geburtstag
3. Oktober 2006 von Strelon
16 Jahr blondes Haar, so stand sie vor mir! Sicherlich nicht, denn unser Land bildlich so zu beurteilen wäre zu schön um war zu sein. Auch sechzehn Jahre nach der Vereinigung muss immer noch festgestellt werden, dass der Osten am Tropf des Westens hängt. Ist der Patient und Pflegefall Ostdeutschland doch gekennzeichnet von hoher Arbeitslosigkeit, Strukturschwäche und kollektiver Unzufriedenheit der dort Lebenden.
Nicht zuletzt die erschreckenden Wahlergebnisse (niedrige Wahlbeteiligung, NPD usw.) in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern liefern dafür einen klarern Beweis. Da diese aber schon vor mehr als zwei Wochen stattgefunden haben und medial-rechtsradikal verarbeitet sind, kann man wieder und weiter in guter Tradition vor den tatsächlichen Herausforderungen kapitulieren. Drückt sich doch die ganze Hilflosigkeit auch in den heute zu hörenden Festtagsworten unserer Bundeskanzlerin zum "Tag der Deutschen Einheit" aus. Versucht sie doch verzweifelt in einer persönlich anmutenden Rede mit gut gemeinten Ratschlägen, wie "Freiheit über alles", "Mut zu kleinen Schritten" und "Risikobereitschaft vor Sicherheit" dem jammernden Ossi auf der einen und dem selbstgerechten Wessi auf der anderen Seite begreiflich zu machen, dass jeder einzelne auch für sich selbst Verantwortung trägt. Vielen Dank, das haben wir noch gar nicht gewusst.
Natürlich nicht ganz uneigennützig, schließlich weiß unsere Kanzlerin nach 10 Monaten Amtszeit ganz genau, dass die Politik ihre eigenen Zwänge wie Bürokratie, Lobbyismus und parteipolitische Befindlichkeiten nicht abstreifen kann und so eine wegweisende Reformpolitik zunehmend unmöglich wird. Bestes Beispiel dafür liefert die aktuelle Debatte um die neue Gesundheitsreform. Kochen doch Ministerpräsidenten, Krankenkassen und Gesundheitsexperten jeweils ihre eigene Suppe mit dem wahrscheinlichen Ergebnis, dass der Bürger zeitnah mit neuen finanziellen Belastungen und abgespeckter medizinischer Versorgung konfrontiert wird. Auch für die jetzt noch spekulative Feststellung, dass in zwei oder drei Jahren das ganze Modell sich dann doch als nicht tragfähig erweist, bedarf es keiner hellseherischen Fähigkeiten.
Ist es also nur verständlich und richtig, wenn sich die Spitzenpolitiker aller Parteien ein wenig ablenken müssen und sich am Geburtstagsabend den sonnigen Film "Deutschland, ein Sommermärchen" von Sönke Wortmann in Berlin anschauen. Zeigt er doch die großartig heile fröhliche deutsche Welt während der Fußball-Weltmeisterschaft verbunden mit einem Jürgen Klinsmann, der es für kurze Zeit geschafft hat, mit konsequenter Sturheit seine sportlich innovativen Vorstellungen und Konzepte gegen alle Widerstände erfolgreich umzusetzen. Können doch Merkel & Co in der sich anschließenden Nachtruhe davon träumen, ähnliches für unser Land zu erreichen. Allerdings nur solange, bis am morgigen 4. Oktober der Wecker klingelt und sie in ihren großen und künstlerisch gestalteten Büros das tun was sie immer machen: Vieles, aber leider nichts richtig.
Alles Gute Deutschland, Gesundheit und viel Schaffenskraft!
Tweet























Sicherlich kann man daran verzweifeln, wenn man diese Statistiken sieht. Doch die Schuldzuweisung an den Ostdeutschen kann ich selber ehemaliger Bürger der DDR verstehen.
Was haben wir falsch gemacht? Das du Jugend sich von dem Nazigesindel verpesten lässt und krank macht.. löst es nicht die Frustration aus und den fälschlichen Vorwürfen gegen die Ausländer. Es ist falsch zu denken, das nur der Westen schuld ist oder die Globalisierung.. wenn sich mehr Leute solidarisieren würden, wäre es besser als nur tatenlos zuhause sitzen, und sich von Hartz IV vom Staat finanzieren lassen. Sicher die Verzweiflung ist groß wo es doch in der DDR doch alles viel besser war.
Die Ostdeutschen sind wie gelähmt, und bemerken nicht, das die Leute in die man finanzieren müsste abwandern in den Westen oder in den Rest Europa wie die Niederlande, Belgien, England, Schweiz aber was haben diese Länder, was Deutschland nicht hat? Arbeitsplätze.. Förderungsmaßnahmen, und attraktive Gehälter.
Das Bildungssystem ist falsch.. hier in Deutschland.. Schuluniform und kostenlose Bücher.. mehr Lehrer, ja und mehr sehr gute Sozialpädagogen an den Schulen.. aber wer macht das schon .. die NPD? die noch nicht mal Internet aussprechen, sondern dazu Weltnetz sagen? Die Parteien bieten auch nicht die große Chance die Bildung zu verbessern.. also was ist wichtiger? das Alle im Jahre 2050 Hartz IV erhalten? dann für 245€ und nicht mehr für 345€?!
Man muss in die Jugend und die Zukunft investieren, das ist wie die Riesterrente, und sie nicht beklagen, wie teuer sie ist.
Denn man weis, es bringt viel mehr, und es sichert die Zukunft von Deutschland. Bezahlbare Wohnungen und sichere Arbeitsplätze das ist das wichtigste und das kann nur geschafft werden wenn die Politik das erkennt.. und ja ich bin in einer Partei.. der SPD Berlin. bei den JuSoz..
Also mehr Gerechtigkeit und Solidarität bitte und sich nicht die Mauer wieder her wünschen.
Ja, dem Geschriebenen stimme ich generell auch zu. Natürlich sollte man an so einem Tag nicht schönreden, was gar nicht schön ist. Ich hatte das ganze Plingpläng im TV gestern beim Verfassen meines Beitrages noch gar nicht gesehen. Aber es ist auch wichtig, Mut zu machen und …
Kommentar von: http://muschelschubserin.blogspot.com/2006/10/
Tja, was soll ich sagen. Vor 16 Jahren wurde also gefeiert. Ich hab nix mitbekommen, war nämlich erst 4. Von daher war ein vereintes Deutschland für mich immer Normalität. Und mit jedem Jahr, das ins Land geht, steigt die Zahl der Menschen, denen es genauso geht. Das ist gut, da so Vorurteile, die existieren, von Generation zu Generation weiter in den Hintergrund gedrängt werden. Vielmehr wird sich eine gesamtdeutsche Identität manifestieren, die man während der Fußball-WM im Sommer schon spüren konnte…
Weiterlesen: http://www.pixelreality.net/2006/10/03/tag-der-deutschen-einheit/