Knallt die Bestie ab! Titanic trifft Kurt Beck
4. Juli 2006 von Strelon
Das altehrwürdige Satiremagazin Titanic hat es mit der aktuellen Titelseite tatsächlich mal wieder geschafft, einen hochkarätigen Spitzenpolitiker aus der Reserve zu locken. Zeigt diese doch einen lachenden SPD-Vorsitzenden mit der Schlagzeile “Problembär außer Rand und Band: Knallt die Bestie ab!” Die so von Titanic für Kurt Beck aufgestellte Bärenfalle hat jetzt auch zugeschnappt. Das Magazin ist bundesweit in aller Munde, da Kurt B. am letzten Freitag gegen diesen Titel eine einstweilige Verfügung beim Hamburger Landgericht erwirkt hat, welche es Titanic verbietet, das Porträtfoto mit den zitierten Bildunterschriften weiter zu zeigen.
Stellt sich für den geneigten Betrachter die Frage nach der Interpretation einer solchen Aufmachung. Da der Herr Ministerpräsident bis dato nicht als Schafe und Hühner reißender Braunbär aufgetreten ist, kann natürlich nicht davon ausgegangen werden, dass dieser nun zum Abschuss freigegeben ist. Vielmehr ist die ganze Geschichte wohl im Kontext mit dem kürzlich in Bayern erlegten Braunbären JJ1 (Bruno) zu sehen, welcher den interessierten Bürger einige Wochen positiv erregte.
Es wundert allerdings nicht, dass die SPD und ihr Vorsitzender dies nicht auch erkannt haben. Schließlich schafft es die Partei ja auch seit Jahren unser Land mit Blindheit zu regieren und so viele von uns „durch Unterlassen“ an die Armutsgrenze zu treiben. Auch werden bekanntlich SPD-Vorsitzende nicht von einem Satiremagazin und dessen Lesern politisch abgeschossen, sondern von den eigenen machthungrigen Genossen selbst. Daher unsere Empfehlung an alle empörten SPDler in dieser Angelegenheit: Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten!
Gruß
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[...] Nach Kurt Beck gegen Titanic vor gut zwei Monaten nun also Sigmar Gabriel gegen Marcel Bartels. Ist die letztgenannte Inszenierung auch deshalb so spannend, da es sich bei Marcel Bartels um ein bekennendes Mitglied der SPD handelt und man sich unter Parteigenossen eigentlich nicht ins eigene Nest schiffen sollte. Auch wäre es sicherlich angebracht, wenn sich die politische Klasse in Deutschland mal wieder zurücknimmt und an wirklich verdienten Politikern orientiert. Ein gutes Beispiel dafür ist der Altkanzler Dr. Helmut Kohl, welcher stets wusste wie man mit derartigen Veröffentlichungen und den dafür verantwortlichen Personen umgehen muss. Ignorierte er diese doch konsequent und überlebte so jahrzehntelang in Spitzenämtern der deutschen Politik. [...]
[...] Danke, Ede. Genau, der normale Bär geht nie aus dem Wald, sondern lässt sich seine Schafe via Essen auf Rädern bringen. Eigentlich ein schlimmes Zeichen für die Vereinsamung in unserer Gesellschaft. Der Problembär hingegen verklagt erst die Titanic (man stelle sich das mal vor, jemand spielt erst ein Killerspiel und liest dann die Titanic… nicht auszudenken) und erklärt dann Hartz-IV-Empfängern wie sie in drei Wochen und mit zwei einfachen Handgriffen wieder einen Job finden. [...]
[...] Kurt Beck im kurzärmeligen, karierten Campinghemd, aber es fehlt der »Titanic«-Schriftzug »Knallt die Bestie ab!« – Freitag in Berlin aufgeschlagen, grüßte mich Bruno schon von jeder Zeitung, begonnen [...]
[...] vor allem anstrengend und provinziell fand (von Dialekt und Politikstil her), und über dessen Titanic-Verarschung “Problembär außer Rand und Band – Knallt die Bestie ab!” ich herzlich gehässig [...]
[...] führt sicherlich in die Sackgasse. Auch in Deutschland kann Satire über die Schmerzgrenze hinausgehen, muss dann aber auch schon mal mit klagewütigen Zeitgenossen rechnen, die das gar nicht lustig [...]