Skandal im Land Brandenburg: Die Tierhölle von Liebenwalde
23. Mai 2006 von Strelon
Das so genannte Tierasyl auf einem Hof in Liebenwalde wurde am letzten Freitag endlich aufgelöst. Nach dem die zuständigen Behörden (sie lieben die Tiere und hassen die Menschen) seit nunmehr fast 7 Jahren dem entsetzlichen Treiben tatenlos zugeschaut hatten, wurde die Zwangsräumung durch Feuerwehr, Hundefänger, Tierärzte und Polizei eingeleitet. Den Einsatzkräften bot sich ein Bild des Grauens. Neben den noch lebenden, teils völlig verwahrlosten, 210 Tieren fanden sich im Haus und auf dem Grundstück zahlreiche bereits verweste Tierkadaver von Schafen, Hunden, Katzen und Rindern. Weiter war in Zeitungen aus der Region (Berliner Kurier, Märkische Allgemeine Zeitung) zu lesen, dass das ganze Areal mit Tierkot verseucht und mit abgenagten Tierskeletten übersät ist. Eigentümerin dieses „Totenhauses“ ist Gisela V. (62), die es sich ursprünglich zur Aufgabe gemacht hatte, insbesondere herrenlose Hunde zu beherbergen und zu versorgen. Damit war Frau V. offensichtlich völlig überfordert. Immer wieder wurde in den vergangenen Jahren über unhaltbare und chaotische Zuständen auf dem Hof berichtet.
Ihr werdet euch vielleicht Fragen, warum die Katastrophe nun auch noch hier im Blog präsentiert wird. Ganz einfach, bis Mai 1999 gehörte das besagte Grundstück nebst Gebäuden der Familie meiner Frau.
Sie selbst verbindet mit diesem Ort viele schöne Kindheitserlebnisse, wie Ferienaufenthalte und Feierlichkeiten. Auch ich selbst habe noch 1999 ein letztes Grillfest dort erleben dürfen. Leider wurde das Anwesen am 27.05.1999, ohne finanzielle Not, an eine Frau Petronela L. aus Radolfszell verkauft. Dies geschah auf betreiben einer extrem geldgierigen Cousine meiner Frau. Schon damals war klar, dass Frau L. das Grundstück nicht selbst nutzen, sondern an Frau V. übertragen wollte. Frau V. betrieb schon zur damaligen Zeit eine Tierpension an anderer Stelle, welche aber nicht mehr ausreichend Platz für die zahlreichen Tiere bot.
Die Familie meiner Frau konnte sicherlich nicht ahnen, was sich in den folgenden Jahren auf dem Grundstück ereignen wird. Umso grausamer ist es, wenn man den Niedergang des ehemaligen Familienbesitzes, durch zahlreiche negative Medienberichte, verfolgen muss. Um den besagten Ort auch mal in seiner ursprünglichen, schönen Form zu zeigen, habe ich hier ein paar Fotos zusammengestellt.
Fazit: Es sollte stets genau überlegt werden, ob Erben ihr Elternhaus und damit eben auch ihre familiären Wurzeln für einige wenige Zehntausend Euro verkaufen. Ich hätte es jedenfalls nicht getan.
Es grüßt ein total angefressener
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Nachtrag vom 02.06.2006
Auf einer Pressekonferenz am 30.05.2006 teilte der zuständige Gesundheitsdezernent Michael G. des Landkreises Oberhavel mit, dass bei der Zwangsräumung 231 Hunde vorgefunden und sichergestellt wurden. Es handelt sich dabei um 169 ausgewachsene Hunde und 48 Welpen. Weitere neun Tiere mussten auf Grund ihres schlechten Gesundheitszustandes sofort eingeschläfert werden. Fünf Hunde waren bereits tot. Grundsätzlich beklagte der Dezernent den schlechten Zustand aller Tiere. Darüber hinaus wurden auch neun Ponys auf dem Hof vorgefunden und eingezogen. Die noch lebenden Tiere befinden sich derzeit in einer Auffangstation. Es soll versucht werden, die Tiere an Privatleute zu vermitteln. Interessierte Bürger können sich beim zuständigen Landratsamt unter der Telefonnummer (03301) 60 11 12 melden.
An dieser Stelle soll auch eine Filmreportage der Akte 06-Redaktion auf Sat.1 am gestrigen Abend nicht unerwähnt bleiben. Endlich wurde dieser Skandal auch einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Schade nur, dass ein solcher Beitrag erst jetzt gesendet wird. Waren doch die katastrophalen Zustände auf dem Hof von Gisela V., der Stadt Liebenwalde, dem Kreis Oberhavel, der regionalen Presse und den dort lebenden Einwohnern schon seit Jahren bekannt.
Eure Kommentare zu dieser unglaublichen “Sauerei” sind übrigens ausdrücklich erwünscht. – Gruß Strelon
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Gestern hab ich einen Bericht im Fernsehen gesehen und war total erschüttert.
LG aus Wien
Niwi
Wieso “war” erschüttert, ich bin es immer noch!
Einen Kommentar von Ordnungsamtleiterin Andrea G., Kreisveterinär Ralf S. (ist ja angeblich im Urlaub) oder dem Stellvertreter Uwe S. würd ich zu gerne lesen!
Dann würde mich etwas interessieren. In der Zehdenicker Chaussee befindet sich ein Ärzte-Haus und die liebe Polizei, wie weit ist das Grundstück von Frau Giesela V. entfernt?
Und warum nimmt der Bürgermeister Jörn L. keine Stellung dazu?
Und warum ist Michael G. vor 5 Tagen noch Behördenleiter Sozialdezernent und heute Gesundheitsdezernent, kann man die Berufsbezeichnungen in Brandenburg wählen, wie mann gerade so lustig ist?
Grüsse spar ich mir, nicht angebracht
Anmerkung d. Red.: Um die Persönlichkeitsrechte der hier genannten Personen zu waren, wurden die Nachnamen gekürzt.
Persönlichkeitsrechte – für die Schlamperei dieser Beamten.
Kinder, was für ein Spaß.
Die müssten sofort vom Dienst suspendiert werden, allen voran der Amtstierarzt.
Hier hat es “nur” Tiere getroffen. In anderen Fällen haben Behörden gepennt und es traf Kinder – Jessica in Hamburg, Kevin und Tobias in Frankfurt, Dominik in Leipzig…
Da kann ich eben nicht mit meinem Hintern auf dem Bürosessel sitzen und mich an Leitzordnern, Stempelkissen, Druckvorlagen und Briefpapier festhalten. Da muss ich eben meinen Arsch bewegen und an Ort und Stelle aufkreuzen. Es gibt einen richterlichen Durchsuchungsbefehl, es gibt einstweilige Verfügungen, es gibt einen veterinärhygienischen Dienst, es gibt einen Bürgermeister, einen Landrat, usw…..
Wenn die V. mit ihrem Freund in dem völlig versifften Wohnwagen übernachtet hat – bitte, es ist deren Sache. Mich hat der Anblick auch geekelt.
Warum hat dieser Mann nicht mal gesagt: Gisela, so geht das nicht?!
Im übrigen hat auch Frau V. ein Persönlichkeitsrecht. Eine Amtsärztin, die eine psychisch kaputte Frau (Frau V. hat den Tod ihres Sohnes nicht verkraftet und in den Hunden Ersatz gesucht) in die Klinik schickt, sollte das nicht vor laufenden Fernsehkameras tun.
Es gibt auch ein Bundesdatenschutzgesetz und ein Recht auf ärztliche Schweigepflicht – im § 203 StGB. Und jene Leute, die immer wieder Kartons mit Hundewelpen vor der Hoftüre abgesetzt haben (nach dem Motto: Soll sich doch diese V. drum kümmern, wenn es ihr Spaß macht) die haben auch nicht verantwortungsvoll gehandelt.
Diese Frau ist Opfer und Täter gleichzeitig. Jetzt soll ihr für den Behördenskandal allein der schwarze Peter zugeschoben werden. Persönlichkeitsrecht für die Schlafmützen im Amt – es ist wie zu DDR-Zeiten.
Anmerkung d. Red. Bei allem Verständnis für deinen Beitrag. Wären wir nicht sehr schnell wieder in der DDR, wenn wir die Persönlichkeitsrechte aller Beteiligten nicht waren würden?
gut, dass dieser spuk endlich ein ende gefunden hat! traurig nur, dass es so lange gedauert hat, trotz anzeigen beim veterinäramt und beim tierschutz, welche schon vor jahren von diesen zuständen unterrichtet wurden.
hoffentlich finden alle tiere ein glückliches zuhause und hoffentlich sieht man jetzt genauer hin und nicht immer nur weg!!!
als ich den bericht im fernsehen gesehen habe, habe ich mit den rettern im fernsehen zusammen geweint.
wie kann so etwas so lange ungestört seinen lauf nehmen. wer weiß wie viele höfe noch in deutschland so existieren.
dazu kann man nur sagen: verschließt nicht eure augen und dreht euch nicht weg wenn ihr unrecht seht! und wenn ihr selbst tiere habt: denkt immer an diesen bericht und behandelt eure tiere fair!
Hallo, endlich habe ich etwas gefunden, wo mir evtl. weitergeholfen werden kann. Ich lerne Tierarzthelferin und wir behandeln grade den tierschutz, leider habe ich arbeiten müssen, als diese Dokumentation lief, dabei hätte ich sie zu gerne aufgenommen um sie in der Schule zeigen zu können. Könnte mir da vielleicht irgendjemand helfen? Wär wirklich dringend, dabei geht es mir keinesfall um meine Schulnote, sondern einzig und allein darum dieses Video auch anderen zeigen zu können, die immer meinen, tiere abgeben zu müssen, sobald sie größer werden ud scheinbar nicht mehr soo süß sind, wie sie es als Baby mal waren. Wir präsentieren unsere Ergenisse nicht nur in der Klasse, nicht nur in der Schule, wir geben unser Wissen auch in der Praxis weiter. Um das Schicksal einiger Tiere zeigen zu können, verwenden wir zum einen Videos von PETA, wie auch von anderen Organisationen, die sich dem Aufdecken von Tiermissbrauch zuwenden.
Ich würde mich sehr freuen, wenn mir irgendjemand den Zugang zu dieser Dokumentation ermöglichen könnte. Somit könnten es noch mehr Leute sehen und werden evtl. irgednwann mal wachgerüttelt.
Mit lieben Grüßen
Bianca
Animal Hoarding
Wie das Hundedrama in Liebenwerder entstehen konnte, wird wohl ein Rätsel bleiben.
Die Hunde waren mit Sicherheit nicht von einem Tag zum anderen da. Wieder einmal spielen auch hier Ignoranz, Desinteresse und Herzlosigkeit eine Rolle. Warum wurde nicht beizeiten Hilfe angeboten? Amtstierarzt und Behördenbedienstete wussten bescheid, da sich Anwohner regelmäßig über Gestank und Lautstärke (Bellen) beschwerten. Wie unterschiedlich doch alles innerhalb Deutschlands gehandhabt wird, lässt mich immer wieder erstaunen. Denunziert jemand einen Nachbarn, einfach nur aus Gemeinheit oder sonstigen Beweggründen, ist der Amtstierarzt umgehend zur Stelle. Auch Ordnungsämter greifen sofort ein. Es wird nicht lange gefackelt, weg mit den Tieren. Das funktioniert immer und immer wieder. Ohne eine vernünftige Begründung und obwohl es den Tieren gut geht. Sie bekommen Zuneigung, sie sind immer gut versorgt. Aber dem Nachbarn ist dieser Mensch ein Dorn im Auge, also muss man ihn anzeigen. Um Punkte beim Volk zu machen, handeln die Behörden nach Gutdünken, zum Leid der Tiere und des Menschen.
Hier war der Fall umgekehrt, niemand hat sich um die Frau, die ja letztendlich als Auffangstation für die Hunde betrachtet wurde, gekümmert. Kein Anwohner, obwohl ja alle so tierlieb tun, war in der Lage, dieser Frau zu helfen. Kein Verein hielt es für nötig, entsprechende Hilfe zu leisten. Man hat gewartet bis alles eskaliert, damit man wieder mal ein Opfer hat, auf dem man kräftig herumtreten kann. Hinterher heuchelt man Entrüstung über diese erbärmliche Hundehaltung, beziehungsweise allgemeine Tierhaltung: „Diese Tierqualen, das furchtbare Tierelend, oh Gott, wie schlimm!. Aber geholfen hat keiner! Diese ach so tierlieben Menschen haben jahrelang zugesehen, wie sich das Tierleid steigert. Wo war da die angebliche Tierliebe?
Beizeiten helfen, beizeiten spenden und vieles andere mehr, wäre ohne weiteres möglich gewesen. Stattdessen wird letztendlich die Frau in die Psychiatrie gesteckt mit der Begründung, sie ist krank, „Animal Hoarding nennt man das. Wir Tierschützer wissen alle: Wenn einmal klar ist, wo man sich seiner Tiere entledigen kann, werden sie dort über den Zaun geschmissen, angebunden, oder man wird bedroht: Entweder sie nehmen das Tier, oder ich setze es aus, ist die Devise. Denn ins Tierheim bringen, geht ja auch nicht, das kostet ja Geld. Ein Tier ist eben kein Pfennig wert.
Das Hundedrama in Liebenwerder ist kein Einzelfall. Die „tierlieben” Deutschen, schaffen sich ständig Tiere an und entsorgen sie kurze Zeit später. Es finden sich Menschen, die alles geben, um diesem armen Tier oder diesen armen Tieren zu helfen. So geht es fast allen Tierschützern, leider sind wir irgendwie für viele ein Ärgernis. Selbst in Fernsehsendungen heißt es: „Die Tierschützer”. Natürlich mit einem abfälligen Unterton. Wie viel Arbeit und Geld von vielen so tierlieben Menschen verwendet wird, weil der größte Teil der Bevölkerung verantwortungslos, brutal und egoistisch mit Lebewesen umgeht.
Wir Tierschützer bekommen leider viel zu wenig Zustimmung, Hilfe und Einsatz. Ich hoffe stark und innig, dass die Bevölkerung, statt zu kritisieren, endlich mal hilft, damit unsere Mitbewohner sich auf uns Menschen im positiven Sinne verlassen können. Denn „Animals Hoarding, hat wohl fast jeder Tierschützer, oder?
Mir ist kürzlich auch wieder ein ähnlich schrecklicher Fall in Waltersdorf zu Ohren gekommen und ich habe mich selbst von den Zuständen dort überzeugt. Ein Schreiben samt Fotos und ausführlichen Berichten von Beobachtern (die leider alle anonym bleiben möchten) ist bereits verfasst und geht noch diese Woche an den Amtstierarzt. Ich hoffe, dass die aufs schlimmste vernachlässigten Tiere (Pferde, Hunde, ein Rind, Katzen, Ziegen, insgesamt fast 70 an der Zahl) nicht ebenfalls 7 Jahre auf Hilfe warten müssen. Vielleicht nehmen sich aber die Amtstierärzte den oben stehenden Fall von Animal Hoarding als schlechtes Beispiel und greifen diesmal schneller ein, BEVOR die Tiere im kommenden Winter eingehen.
Ich habe den Bericht von Akte 06 gestern im Jahresrückblick gesehen. Ich war nicht erschüttert, sondern mir standen die Tränen in den Augen. Fassungslos, dass sowas über 7 Jahre für in Ordnung geschrieben wurde. Ich habe noch nie in meinem Leben Hunde gesehen, die sich so tief in der Erde einbuddeln. Ich hoffe sie bekommen ein super schönes und liebevolles Zuhause.
Hallo,
wir habe seit vorgestern einen der Hunde bei uns zu Hause, er war zusammen mit 11 weiteren im Tierheim in unserer Nähe gelandet. Er soll schon alt sein, kennt gar nichts u. ist sehr ängstlich. Wohl fühlt er sich bei uns noch nicht, betrachtet aber unseren “Ersthund”, die 3 Katzen u. uns selbst mit großen fragenden Augen. Morgen ist der 1. Tierarztbesuch. Das Fell ist (obwohl man es im Tierheim schon gut pflegte) verfilzt, er lässt sich aber (noch) nicht bürsten. Heut hat er meiner Tochter u. mir tatsächlich die Hand geleckt. Wir hoffen, erlernt noch ganz viel u. bekommt noch richtigen Spaß am Leben.
Gruß von
Jigger
Auch wir haben einen der Liebenwalder Hunde von unserem Tierheim im September 06 zu uns geholt und haben sehr viel Freude mit ihm,er ist ein richtiger Frechdachs und es macht uns sehr viel Spass mit ihm die Welt nochmals zu erkunden.
Gruß Atina